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PRESSEMITTEILUNG DER NH LICHTENEGG vom 15.11.15

Schuleröffnung in Gairimudi – Trotz Euphorie auch harsche Kritik!   Die aktuelle Situation im krisengeschüttelten Himalayastaat ist eine Gratwanderung zwischen Hoffnung und Hoffnungslosigkeit!   Was die Erdbeben nicht geschafft haben, zerstört nun die Dummheit und Arroganz der Politik!!

Das "Spritembargo" Indiens setzt der Bevölkerung derart zu, dass die einfachen Dinge

des Lebens schier unlösbar werden! Die Straßen sind fast frei von Fahrzeugen und vor den "Gas-Shops" hunderte- manchmal tausende Menschen mit roten Gasflaschen, die oft tagelang angestellt stehen um an das dringend benötigte Gas zu kommen. Meist ist dies aber genauso aussichtslos wie die Situation an den Tankstellen. Schlangen, die oft über mehrere Kilometer reichen stehen anden "Spritlosen" Tankstellen.

Nichts geht mehr! Himalayaflüge mangels Sprit-abgesagt. Alle internationalen Flüge müssen über Dehli oder Lucknow zum Auftanken. In den Hotels wird mit Holzfeuer auf den Dächern gekocht. Die Preise explodieren.

Viele Bauarbeiten sind bis auf weiteres eingestellt!!

 

Lagebericht zu den von uns besuchten Schulen.

Der erste Lichtblick ist unsere "heilige Kuh" das Waisenhaus in Lhubu. Die Zerstörung hält sich in Grenzen und die Reparaturen sind bis auf die Gartenmauern fast abgeschlossen.

Der Gesamteindruck kann mit 100% als positiv eingestuft werden.

 

Am Weg nach Sangachok der erste Schock, die im Vorjahr neu eröffnete Schule

in Sukute ist schwer gezeichnet! Das Erdgeschoß steht ohne Mauern und Innenleben da, nur die Betonpfeiler stehen zum Glück ziemlich unversehrt. Dies stärkt die Hoffnung auf eine schnelle und kostengünstige Reparatur!

Das Hauptziel unserer Reise war die Schuleröffnung in Gairimudi im Dholaka District.

Der Lichtblick ist das Schulgebäude das frisch gestrichen und unversehrt ins Tal blickt. Die Schattenseite ist der Ort selbst. Sind bei der Grundsteinlegung noch ca. 600 Häuser im typischen Baustil der "Tamang-People" über die umliegenden Berghänge verteilt gewesen, so sind diese durch Notunterkünfte aus Bambus und Blech ersetzt worden. Es ist keines der wunderschönen, mit Schieferplatten gedeckten und in Brauntönen gestrichenen Häuser mehr vollständig intakt.

Die Dankbarkeit der Menschen war aber so unglaublich groß, dass alle vor allem aber die alten Menschen mit uns das erste Fest nach den Erdbeben feiern wollten. Zwei Tage die sich tief eingebrannt haben!

 

Danach der Weg nach Sangachok- fast jedes Haus kaputt! Der Platz an dem die Schule

für 1000 Kinder stand sieht aus wie "Ground Zero". Außer einiger Betontrümmern die

von den Abbrucharbeiten übrig geblieben sind, steht dort nichts mehr! Die Schüler

sind in den üblichen Bambus-Blechhütten untergebracht.

Dieser Platz sollte für zwei Tage unser Lagerplatz sein. Sehr gemischte Gefühle - irgendwie will keiner hier sein Zelt aufschlagen. Dawa, unser Guide, macht den verzweifelten Versuch etwas Besseres zu finden.

Dies scheitert daran, dass jeder so halbwegs ebene Platz von Hilfsorganisationen aus aller Weltbelagert wurde oder daran dass diese Plätze zum Zwischenlagern der Betonteile der abgebrochenen Gebäude genutzt werden. Im Umkreis von 20 km kein besserer Zeltplatz. Für uns ist das zum Glück eine Situation für nur zwei Nächte, aber für die Leute vor Ort ist das kontinuierliche, blanke Realität!

Der Blick Richtung Westen zeigt einen Hügel mit einer abgeflachten Kuppe.

Auf der einen Seite steht ein riesiger Bodhi-Baum. Dieser ist der einzige

Zeuge unserer "Gerlinde und Ralf Schule" in Thulosirubari.

Sonst steht von dem dreigeschossigen Bau dort nichts mehr. 520 Kinder müssen damit auf die üblichen Notunterkünfte ausweichen.

 

Am Weg nach Chautara geht’s an der Irkhu-Schule vorbei.

Diese steht wie ein Fels in der Brandung und mit ein paar kleinen Reparaturen kann der "rote Punkt" der Zerstörung entfernt werden.

In Chautara scheiden sich die Geister! Keiner weiß was zu tun ist. Zwei von Statikern gemachte Gutachten sagen nichts Genaues aus und solange es keine sinnvollen Lösungsvorschläge der Schulgemeinde vor Ort gibt, solange steht in Schwebe ob Totalabriss der "Blindschool" oder eine mögliche ziemlich aufwändigen Sanierung folgen. Der "laienhafte" Blick hinter die Mauern zeigt einen ziemlich beschädigten Eckpfeiler und eine nur mehr an den Eisen hängenden Erdgeschoßstiege. Dazu kommen viele, viele Risse. Wir hoffen aber so schnell als möglich die "sehenden- wie auch die blinden" Kinder wieder in ihr ursprüngliches Gebäude siedeln zu können. Es sieht aber so aus wie wenn bis dahin zumindest 2-3 Jahr vergehen werden!

Mit gemischten Gefühlen dann der Weg nach Mailchaur. Hier steht definitiv fest, dass es für das Gebäude keine Rettung gibt! Das komplette Erdgeschoß ist zerstört und alle tragenden Teile sind geknickt.

 

Der nächste Besuch ist die von Michael und Michaela Rebele eröffnete "Lowa-Schule"

Alles neu und ohne Zerstörung. Es gibt einen sehr, sehr schönen Weg von Irkhu

bis an den Son Koshi Fluss! 3-5 Stunden gemütliche Wanderung durch ursprüngliche

Nepalesische Landschaft. Diesen Weg nutzen wir um an unseren Schulen in Mulkharka und Khadambas vorbeizukommen.

Die erste Station ist die Peter Habeler Schule in Mulkharka. Bis auf eine heruntergebrochene Attikamauer und ein paar Risse im Mauerwerk sieht das Gebäude

sehr gut aus!

Ganz anders in Khadambas. Der östliche-ältere Teil ist bereits dem Erdboden gleich gemacht. Der neue Teil sieht im Obergeschoß fast unversehrt aus. Das Erdgeschoß bedarf etwas mehr Zuwendung!

Auch hier ist die Kommune gefragt. Je schneller es ein Konzept gibt, desto schneller kann auch hier ein Angriff gestartet werden.

 

Fazit der "Bestandsaufnahme": Wie am Anfang erwähnt ist die Lage zwischen

"Hoffnung und Hoffnungslosigkeit!“ Wie immer sind die Leidtragenden die Schwächsten der Gesellschaft. Sollte es aber ein schnelles Einlenken der Regierung geben, stehen wir Lichtenegger sofort bereit um an den zerstörten Projekten Hand anzulegen und mit dem Wiederaufbau zu beginnen.

 

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